Auszeichnung 23.6.2013

Die AUSZEICHNUNG am  23.Juni 2013

Auf Empfehlung der

 ICOMOS

(International Council of Monuments and Sites), einer internationalen  Nichtregierungsorganisation für Denkmalpflege und  beratendes Gremium der UNESCO  zur Durcjführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur-und Naturerbes der Welt mit Sitz in Paris, kommt es am 23.6.2013  zur Eintragung von „Herkules und Wasserspielen im Bergpark Wilhelmshöhe“ in die Liste des Weltkulturerbes. ICOMOS wacht im organisatorishen Rahmen eines Advisory Boards /Welterbebeirates  bis heute über die Schutzbestimmungen für den Bergpark.

Hier die Bewertung und Empfehlung:

Empfehlungen für die Eintragung in die  Welterbeliste

( als Vorlage für die Entscheidung der UNESCO am 23.6.2013)

ICOMOS empfiehlt, den Bergpark Wilhelmshöhe, Bundesrepublik Deutschland, als Kulturlandschaft im Sinne der Kriterien

 (iii ) und ( iv ) in die Welterbeliste einzutragen.

Empfehlungsschreiben für den OUV Inspiriert von der beeindruckenden Topographie  ihrer Geländeformation verbinden sich  Herkulesbauwerk und Wasserspiele des Bergparks Wilhelmshöhe  –  so wie sie von Landgraf Karl seit 1689 geschaffen wurden – zu einer einmaligen Demonstration menschlicher Beherrschung der Natur … Vervollständigt unter Karls Urenkel, Kurfürst Wilhelm I., durch  Wasserfälle, Stromschnellen und Katarakte  der wildromantischen Epoche,  ist die Gesamtkomposition eine herausragende Demonstration von  technischer und künstlerischer Wasserbeherrschung in einem bewusst geplanten und überformten Landschaftspark.  Zusammen mit der 11,5 m hohen bronzenen  Herkulesstaue, die den  Park kilometerweit sichtbar überragt, …sind  beide, Herkules und Bergpark, Zeugnisse des Reichtums   und der Macht der herrschenden Schicht des 18. und 19.Jhs.

Kriterium (iii): Die ( alles) überragende Statue des Herkules und die Wasserspiele des Bergparks Wilhelmshöhe manifestieren  und symbolisieren  in außergewöhnlicher Weise Grundzüge der Epoche des europäischen Absolutismus.

Kriterium (iv):  Die Wasserspiele des Bergparks Wilhelmshöhe sind ein  außergewöhnliches und einzigartiges Beispiel monumentaler Wasserbaukunst. Kaskaden ähnlicher Größe und künstliche Wasserfälle von vergleichbarer Höhe können nirgends sonst gefunden werden. Die Herkulesstatue, die den 560 ha großen Park überragt,  ist sowohl  technisch als auch künstlerisch die anspruchvollste Kolossalfigur der frühen Neuzeit. Für die Gesamtheit der Wasserspiele mit ihrem monumentalen architektonischen Rahmen findet sich nichts Vergleichbares in der Gartenkunst des Barock und  den Zeiten der Romantik.

IntegritätDie nominierte Anlage…  wurde nicht  von…den Folgen modernisierender Eingriffe oder nachlässiger Umgangsweise in Mitleidenschaft gezogen…Alle Wasseranlagen außer dem Neuen Wasserfall funktionieren noch immer und haben zusammen mit dem Herkules erkennbar ihre  Unversehrtheit und  ursprüngliche Fassung bewahrt.

Authentizität Das nominierte Anwesen  befindet sich noch  in seinem  ursprünglichen Zustand. …  Die für die Wasserspiele benötigte Technik ist  unversehrt , vollständig und voll funktionsfähig.

Voraussetzungen  bezüglich Leitung und  Schutz der Anlagen Das Anwesen ist geschützt durch die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland, diese umfassen Raumordnungsgesetz, Baugesetzbuch, Bundesnaturschutzgesetz, das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz und das Gesetz zur Erhaltung des Waldes;  ebenso  ist es geschützt durch Verfassung und Gesetze des Bundeslandes Hessen, diese umfassen das Denkmalschutzgesetz, das  Hessische Landesplanungsgesetz, das Hessische Forstgesetz  sowie die Hessische Ausführungsverordnung zum  Bundesnaturschutzgesetz  und die Hessische Bauordnung. Das Anwesen als Ganzes ist  durch das Hessische Denkmalschutzgesetz geschützt.

Es wird geführt von einem  Lenkungsausschuss bestehend aus Vertretern  des Hess. Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Stadt Kassel,  der Museumslandschaft und des Landkreises Kassel und beraten durch einen Lenkungsstab aus Experten, welcher – soweit benötigt  –  spezialisierte Arbeitsgruppen ernennt , die mit  der Welterbestabsstelle im  Hessischen Amt für Denkmalpflege zusammenarbeiten. Die Wälder und offenen Landschaftsgebiete des Wassereinzugsgebietes des Habichtswaldes werden geleitet von  der staatlichen Forstverwaltung  Hessen-Forst und dem  Forstamt Wolfhagen.

Der Bergpark  hat im  Regionalplan Nordhessen von  2009 den Status eines  geschützten Komplexes und gilt  als Gebiet mit hohem Erholungswert innerhalb einer unberührten landschaftlichen Umgebung. Entsprechend  dem Stadtentwicklungsplan der Stadt Kassel (2006) sollen  die Verkehrssituation um den Bergpark verbessert, die Randbebauung   der Wilhelmshöher Allee  in Boulevardbauweise  vervollständigt und bestimmte Straßen, die den Bergpark durchqueren,  geschlossen werden. Der Managementplan für Wasserspiele und Herkules … konzentriert sich auf den Schutz und die Bewahrung der Monumente, Gartenarchitekturen, natürlichen Ressourcen, Aussichten und Sichtachsen, auf  nachhaltigen Tourismus und  die  Nutzung durch die Öffentlichkeit.

In alle Planungsfragen, die den Bergpark betreffen,  sind Bürger vor Ort   in Arbeitsgruppen eingebunden  und  werden Bewohner der Pufferzone  gehört. Das Management  soll  über eine Risikovermeidungs- strategie noch verbessert werden.

Aus:  ICOMOS 2013 (ff)

ICOMOS Report for the World Hertitage Committee 37th ordinary session, Phom Penh, June 2013 Englisches Original einsehbar beim Vorstand.    

Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties to the World Heritage List

Kriterien für die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste

Aus: Richtlinien für die Durchführung des  Übereinkommens zum Schutz des Kultur-und Naturerbes der Welt

Richtlinien,I; II B

Die Empfehlung zur Aufnahme von „Herkules und Wasserspielen im Bergpark Wilhelmshöhe“ beruht auf der außergewöhnlichen Erfüllung folgender  universeller Kriterien:

 Kriterium (iii): Das Gut sollte „ ein einzigartiges oder zumindest außergewöhnliches Zeugnis von einer kulturellen Tradition oder einer bestehenden oder untergegangenen Kultur darstellen“.

Kriterium (iv):  Das Gut sollte „ein hervorragendes Beispiel eines Typus von Gebäuden, architektonischen oder technologischen Ensembles oder Landschaften darstellen, die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Geschichte der Menschheit versinnbildlichen“.

Die Kriterien  (i) bis (x) fokussieren  „menschliche Schöpferkraft“. Sie gehen dabei auf  jegliche Erscheinungsform menschlicher „Kultur“ ein, auch ökologische und erdgeschichtliche Phänomene und Prozesse sind Gegenstand der Auszeichnungen.

„Um als Gut  von außergewöhnlichem Wert zu gelten muss ein Gut auch die Bedingungen der Unversehrtheit und/oder Echtheit erfüllen und über einen Schutz und Verwaltungsplan verfügen, der ausreicht, um seine Erhaltung sicherzustellen.“