Der chinesische Mönch im Bergpark

Viele unserer Mitglieder werden den Bericht der HNA über die neue Aufstellung des chinesischen Wandermönches am Standort im Bergpark gegenüber der Mulangstraße 2 gelesen haben oder inzwischen an Ort und Stelle aufgesucht haben. Der Torso des chinesischen Wandermönches wurde laut HKH als einzig erhaltene Figur der chinoisen Figurengruppe nach dem 2. Weltkrieg aus Bauschutt gerettet. Die Figurengruppe stand vermutlich lt. HKH um 1768 kurzzeitig im Bereich des heutigen Lacs. Roswitha und Klaus-Eberhard Becker hat den Torso in den letzten 20 Jahren in ihrem Garten erhalten und nach einem alten Foto von einem Bamberger Steinmetz einschließlich Kopf und Wanderstab vollständig restaurieren lassen.

Nach Rücksprache mit Herrn Arnold, HKH, soll zeitnah eine Texttafel am Sockel unter dem Wandermönch als Information für Besucher mit folgendem Text angebracht werden: „Chinesischer Wandermönch – Einzig erhaltene Figur der chinoisen Figurengruppe, welche vermutlich um 1768 kurzzeitig im Bereich des heutigen Lacs stand. Die Skulptur wurde nach dem 2. Weltkrieg aus Bauschutt gerettet und später durch Familie Becker erhalten. Der Kopf wurde 2025 ergänzt. HKH, Schenkung des Ehepaares Roswitha und Klaus-Eberhard Becker“

Der chinesische Wandermönch hat nun in der Nähe zum Mulangdorf gegenüber der Mulangstraße 2 einen wunderbaren Platz gefunden. Nun ergibt sich natürlich die Frage, welche Aufgabe haben chinesische Wandermönche bzw welche Bedeutung haben sie ausgefüllt. „Chinesische Wandermönche sind eine tief verwurzelte Tradition im chinesischen Buddhismus, die oft mit der Suche nach Erleuchtung, dem Studium der Schriften oder der Verbreitung der Lehre verbunden ist. Diese reisten oft als Bettelmönche, um Anhaftungen an materiellen Besitz zu überwinden.

Historisches und berühmtes Beispiel:
„Xuanzang (602-664): Er ist ist der wohl berühmteste chinesische Wandermönch. Er reiste im 7. Jahrhundert zu Fuß nach Indien, um buddhistische Originalschriften zu sammeln, und verbrachte 16 Jahre auf dieser gefährliche Reise.“ Ausdauer und Geduld und Meditation auf dem Weg zu erfahren und Erleuchtung zu erleben, erfüllte sein Leben. Das Betteln um Nahrung auf dem Weg ist eine spirituelle Praxis, um Demut zu kultivieren und das Ego abzubauen.

Heute finden wir aktuell auch aus diesem Grund immer wieder Pilger in allen Kulturen, um sich auf dem Weg zu „erneuern“! So kann der chinesische Wandermönch über seine Historie hinaus auch uns heute ganz aktuell anregen: „ Demut zu kultivieren und das Ego abzubauen“. Ich lade ein, auch unter diesen Blickpunkt die neue aufgestellte Skulptur beim nächsten Gang in den Bergpark aufzusuchen. Ganz spannend ist wohl auch der Hinweis auf die Bergparkbroschüre MHK, Bd.1, Siegfried Hoß, Park Wilhelmshöhe – Größter Bergpark Europas S. 18/19 u. weitere.

Da ist von 50 Parkstaffagen (z.B.: Eremitage Sokrates, Moschee, Pagode) zur Belebung der Parkanlagen und dem Aspekt der Toleranz unterschiedlicher Weltreligionen durch Friedrich II. die Rede. Darin besteht auch heute noch AKTUELL eine große Herausforderung für uns als Thema. Wilhelm IX. setzte dann die Reduzierung der Vielzahl (ca. 50) der Staffagen zu einem harmonischen Ganzen im Laufe der Jahre um (ca. +/ ./. 1800).

So ist es auch eine spannende Frage, wie der Wandermönch aktuell das Mulangdorf in seiner Standortnähe wunderbar einbezieht und für Belebung beim Gang durch den Berggang sorgt. Ein Besuch lohnt sich! Es würde mich freuen, wenn der Besuch auch mit anderen Besuchern im Bergpark dabei zum Gespräch führt über Toleranz gegenüber den Weltreligionen.

mönch foto brigitte bergholter

Text: Klaus Dettmar, Foto: © Brigitte Bergholter

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